Hörsaal, Büro und zwei kleine Tabletten

Judith Ressmann arbeitet seit kurzem wieder in der Vodafone-Pressestelle am Campus, wie schon im letzten Jahr, als sie dort fünf Monate lang mit News, Journalisten-Anfragen und Zeitungsartikeln jonglierte. Und in der Zwischenzeit? Da hieß es lernen – im Hörsaal. Judith ist nämlich eine von 95 dualen Studenten, die eine Kombination aus Studium und Ausbildung bei Vodafone durchlaufen. Nach dem Abi war ihr klar, dass sie etwas mit Kommunikation machen wollte. Aber auch Praxis und Theorie sollten dabei sein.

Von der Bewerbung zum dualen Studienplatz
Die junge Frau hatte sich 2016 bei Vodafone beworben und die Rückmeldung kam postwendend. Es folgte ein dreistündiger Online-Bewerbungstest, ein Telefon-Interview und schließlich ein Assessment Center in Düsseldorf. „Ich war sehr beeindruckt vom Campus und von der Vodafone-Kultur“, erinnert sie sich noch heute. „Und vor allem total happy als die Zusage für den Studienplatz kam.“ Seitdem heißt es Pendeln und Kofferpacken, denn alle drei Monate wechseln sich Theorie und Praxis ab. Die Praxisphase ist für jeden Studenten an einem anderen Vodafone-Standort in Deutschland – bei Judith ist es Ratingen. Theorie und Vorlesungen finden an der DHBW in Stuttgart statt. Studiert werden können Fächer aus den Bereichen Vertrieb, Marketing und Medien, Finanzen, Personal, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik. Sie hat sich für BWL, Medien und Kommunikation entschieden. Was ihr besonders gefällt? „Im Büroalltag bekommt man einen Eindruck davon, wie man das Wissen aus dem Studium nutzen kann und diese Verbindung finde ich toll. Das viele Umziehen hingegen ist anstrengend, aber im Unternehmen haben wir ziemlich freie Hand, uns zu organisieren. Das ist hilfreich.“

Hörsaal, Büro und zwei kleine Tabletten

Judith Ressmann absolviert ihr duales Studium – und hat Epilepsie. © Vodafone

Ein Lebenslauf wie bei vielen anderen jungen Frauen? Bei Judith nicht ganz. Angefangen hatte es, dass Judith als Kind oft krank war. Krampfanfälle kamen hinzu. Bis endlich die Diagnose ‚Epilepsie‘ feststand, war es ein weiter Weg. Für die damalige Schülerin ein Schock. Sie hatte schon einiges erlebt und ‚Wanderjahre‘ hinter sich: 1997 in Herbolzheim bei Freiburg geboren, Grundschulzeit in Berlin, Gymnasium in Hessen und dann Bayern. Die Umzüge waren nötig, da die Eltern – vor allem ihre Mutter – ihre Jobs wechselten. Die Mutter arbeitete auch kurz nach der Geburt wieder Vollzeit, wohingegen ihr Vater auf Teilzeit reduzierte. So wurde Judith in einem ‚emanzipierten Umfeld‘ groß, böse Zungen würden wohl eher von anstrengender Kindheit und Rabeneltern sprechen. Da widerspricht die duale Studentin vehement: „Nein, absolut nicht. Meine Eltern waren und sind immer für mich da. Sie haben mir vorgelebt, dass jeder seinen Weg gehen soll, und dass man gemeinsam immer eine Lösung findet. Das hat mich früh geprägt.“ Und es hat ihr sehr geholfen, als die Krankheit voll durchschlug.

Don’t drink, but drive
An ein ’normales Leben‘, wie es ihre gleichaltrigen Freunde führten, war nach der Diagnose zunächst nicht zu denken. Party-Besuche, Übernachtungen bei Freundinnen? Fehlanzeige. Es gab bereits Medikamente, die allerdings oft noch ‚wahre Hammer‘ waren. „Mir wurde gesagt, dass man sich benebelt fühlt und starke Nebenwirkungen bekommt. Das wollte ich nicht“, sagt Judith nachdenklich. Die Anfälle kamen aber in immer kürzeren Abständen, mittlerweile drehte sich das ganze Familienleben um ihre Erkrankung! Am 18. Juli 2013 – zwei Wochen vor ihrem 16ten Geburtstag, hatte sie einen erneuten Anfall. So ging es nicht weiter. Ihre Eltern und sie entschieden sich noch am selben Tag für die Tabletten-Einnahme. Die erste Dosis nahm sie dann an ihrem 16. Geburtstag. Seitdem ist sie anfallfrei! „Mein Leben änderte sich schlagartig. Es dauerte noch Monate, bis ich stabil auf die Medikamente eingestellt war. Dennoch waren sie bis heute mein tollstes Geschenk!“

Und wie reagierte ihr Umfeld auf ihre Erkrankung? „Letztlich bekommt es ja niemand mit, da es eine ’nichtsichtbare Behinderung‘ ist – anders als zum Beispiel bei einem Rollstuhlfahrer. Ich posaune es nicht raus, verheimliche aber auch nichts. Viele Arztbesuche waren entwürdigend. Ein Arzt bezweifelte sogar, dass ich Abi und eine Ausbildung machen kann“, schüttelt sie immer noch fassungslos den Kopf. Judith hat gelernt, mit der Epilepsie und den Einschränkungen zu leben – keinen Alkohol zu trinken, dafür täglich Medikamente einzunehmen. „Meine Freunde wissen über meine Krankheit Bescheid. Auf Partys bringen sie mir dann automatisch die Fahrer-Drinks“, sagt sie lachend, aber keineswegs resigniert. „So ist es eben.“ Dass sie Auto fahren darf, macht sie aber glücklich. „Heute ist das möglich, dank der Tabletten. Der Führerschein gibt mir die Freiheit, die ich nicht missen möchte. Dafür lege ich gern einmal pro Jahr ein Attest vor, dass ich anfallsfrei war.“

Judith beendet bald ihr Studium – sie startet gerade ins letzte Semester. Was nach dem Studium kommt? Noch unklar. Von Vodafone gibt es eine ‚Anstellungszusage‘ für ein Jahr. Egal, wie sie sich entscheidet: Um Judith muss man sich keine Gedanken machen – sie geht ihren Weg. Mehr erzählt Judith im Interview mit dem EXPRESS.

Vodafone hilft Mitarbeitern, die Opfer häuslicher Gewalt wurden

Vodafone hilft Mitarbeitern, die Opfer häuslicher Gewalt wurden

Häusliche Gewalt wirkt meist weit über die eigenen vier Wände hinaus. Betroffene werden zum Teil von ihren Tätern auch am Arbeitsplatz gestalkt. Oder sie können gar nicht zur Arbeit gehen, kommen verspätet oder können sich nicht auf ihre Arbeit konzentrieren. In einer von der Vodafone Foundation in Auftrag gegebenen Studie der Marktforschungsgesellschaft Opinium wurden 4.715 Frauen und Männer im Arbeitsleben in neun Ländern (UK, Deutschland, Irland, Türkei, Südafrika, Kenia, Indien, Italien und Spanien) befragt. 

Die Studien-Ergebnisse zeigen:

  • 37% der Teilnehmer haben bereits häusliche Gewalt oder Missbrauch in irgendeiner Form* erfahren.
  • 67% der Teilnehmer, die häusliche Gewalt oder Missbrauch erlebt haben, sagten, der Missbrauch habe Einfluss auf ihre Karriere gehabt.
  • 51% der Teilnehmer, die häusliche Gewalt oder Missbrauch erlebt haben, sagten, sie trauten sich am Arbeitsplatz nicht, den Missbrauch zu thematisieren.
  • Wenn Mitarbeiter am Arbeitsplatz den Missbrauch thematisieren, sagen 53% von diesen, dass es positive Konsequenzen gehabt hätte.
  • 33% sagen, eine App, die Missbrauchsopfern Hilfe und Unterstützung bietet, würde auch dabei helfen, dass das Arbeitsleben weniger beeinträchtigt wird.

Vodafone möchte die betroffenen Mitarbeiter entlasten und ihnen helfen, sich aus der häuslichen Gewaltsituation zu befreien. Die Landesgesellschaften arbeiten derzeit daran, die Richtlinien auf die nationalen Gegebenheiten, wie etwa die Gesetzeslage, anzupassen. Bis zu 10 Tage bezahlten Sonderurlaub könnte die neue Richtlinie für Deutschland vorsehen – dieses Thema wird noch gemeinsam mit den Gesamtbetriebsräten vereinbart. Urlaubsanträge sollen bevorzugt behandelt und Arbeitszeiten noch flexibler gestaltet werden können. Denn häufig stehen Arztbesuche oder Gerichtstermine für die Betroffenen an. Wenn es den Mitarbeitern hilft, ihre Arbeitszeit, den Ort oder den Aufgabenbereich zu ändern, soll Vodafone auch das künftig prüfen können, sofern betriebliche Belange berücksichtigt werden. Auch die kurzfristige Anpassung individueller Home-Office-Regelungen kommt in Betracht. Genauso wie die Änderung der Telefonnummer oder der Email-Adresse und eine außerordentliche Gehaltsvorauszahlung.

Damit bietet Vodafone Opfern häuslicher Gewalt konkrete Entlastung an. Betroffene müssen dazu allerdings signalisieren, dass sie Hilfe wünschen. Das kann im Kontext häuslicher Gewalt besonders schwer fallen. Führungskräfte und Kollegen sollen daher besonders sensibilisiert werden. Hierzu arbeitet Vodafone gerade an einem Schulungskonzept und entsprechenden Tool-Kits.

*Häusliche Gewalt und Missbrauch
Unter häuslicher Gewalt und Missbrauch sind Vorfälle oder Muster eines körperlichen, verbalen, sexuellen, emotionalen oder psychischen Missbrauchs zu verstehen, die zwischen Partnern, Familienmitgliedern oder bspw. auch in einem Pflegeverhältnis stattfinden. Mögliche Formen sind:

Körperliche Gewalt: schlagen, treten, verbrennen, verletzen und im schlimmsten Fall töten.

Sexueller Missbrauch: unerwünschte sexuelle Handlungen, einschließlich Vergewaltigung.

Zwanghafte Kontrolle: eine psychologische oder emotionale Form des Missbrauchs, mit der die individuelle Freiheit des Opfers eingeschränkt wird.

Finanzieller Missbrauch: Kontrolle der Finanzen mit dem Ziel eine finanzielle Abhängigkeit des Opfers zu schaffen. Ohne finanzielle Unabhängigkeit ist es schwer, sich aus einer gewalttätigen oder missbräuchlichen Beziehung zu befreien.

Emotionaler Missbrauch: Kann das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen und auch die Kontrolle über soziale Kontakte umfassen.

Stalking: Stalking am Arbeitsplatz führt häufig dazu, dass der Täter das Opfer zum Arbeitsplatz begleitet, es wieder abholt, und auch versucht, es vor Ort zu kontrollieren.

Cyber-Mobbing und -Belästigung: Kontrolle, Bedrohung und Stalking werden virtuell per E-Mail oder über Textnachrichten vollzogen.

Digitalisierung und Arbeitswelt – passt das?

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Die Digitalisierung ist kein Trend. Sie verändert nicht nur das Privatleben, sondern wälzt auch die Arbeitswelt um. Ich bin davon überzeugt, dass eine gefestigte, Werte basierte Unternehmenskultur  diese Veränderungen verkraftet. Allerdings gilt das nur, wenn der Austausch mit den Mitarbeitern offen und ehrlich erfolgt und sie gezielt weitergebildet werden.

Und was ist mit Künstlicher Intelligenz im Recruiting? Und wie geht man gegen „Unconscious Bias“ vor? Ich sehe es so!

Ein Traum in Tigerhose

Weiter geht’s in der Reihe ‚Hinter den Kulissen der externen Kommunikation von Vodafone‘: Ist der Pressesprecher noch Pressesprecher oder in Zeiten von Social Media und Co. eher ein Tausendsassa? Eins ist zumindest klar: In einem Satz lässt sich das Aufgabenfeld nicht mehr zusammenfassen. Deshalb sollen die Antworten auf knapp 30 Fragen zeigen, was ein PR-ler bei Vodafone macht – und wie bunt und vielfältig die Branche ist. Nummer drei in der Serie ist Ute Brambrink. Im Schnell-Interview hat sie ihren schlimmsten Faux-Pas in der PR verraten und für wen sie geschwärmt hat. Aber auch Wackelpudding mit Vanillesoße spielt eine Rolle.

Was liest du momentan?
Dörte Hansen – Mittagsstunde.

Wie verbringst du deine freie Zeit?
Mit meinen Kindern, Joggen und Stadtführungen durch Düsseldorf.

Was war das erste Konzert, das du je besucht hast?
Klaus Lage Band im PC 69 in Bielefeld – ich fand den Drummer so toll mit seiner Tigerhose.

Wohin willst du unbedingt einmal reisen?
In die Kurische Nehrung.

Wie meldest du dich am Telefon?
„Vodafone Pressestelle, Ute Brambrink.“

Welches Halloweenkostüm ist das Beste, das du je hattest?
Vampir.

Was ist dein Lieblingswort?
Italien.

Was war dein erster Job?
T-Shirts aufbügeln bei Jean Pascal – das war ein Laden wie ‚New Yorker‘.

Welches Emoji verwendest du am häufigsten?
Das zwinkernde Smiley.

Wem folgst du am liebsten bei Twitter?
Corriere della Sera – eine italienische Tageszeitung.

Wenn du eine Olympia-Medaille für eine Sportart gewinnen könntest — egal ob es realistisch ist oder nicht — welche wäre das?
Kunstturnen. Leider ganz unrealistisch.

Was ist dir schon einmal schiefgelaufen?
In meinem ersten Job als Pressesprecherin habe ich eine  Veranstaltung mit 20 Journalisten in einer vollautomatisierten Sortieranlage in Aachen organisiert. Dort war es höllisch laut. Der CEO musste über Mikrophon sprechen und die Journalisten konnten über Kopfhörer zuhören. Der Knackpunkt: Aufgrund der Stahlbetonwände gab es keinen Empfang – und kein Mensch hat ein Wort verstanden …

Welches war dein Lieblingsfach in der Schule?
Erdkunde.

Hast du versteckte Talente?
Ich kann gut malen und schreibe gerne.

Was ist dein prägendstes Erlebnis bei Vodafone?
Mein erstes Videotelefonat mit dem damaligen Vodafone-CEO, Jürgen von Kuczkowski über UMTS.

Wenn du ab jetzt zu jeder Mahlzeit immer das gleiche essen müsstest, was wäre das?
Wackelpudding mit Vanillesoße.

Welche Rolle würdest du gerne besetzen, wenn du in einem Film mitspielen dürftest?
Eine entspannte Mutter, die alles im Griff hat – also etwas, das es nicht gibt. 😉

Ein Traum in Tigerhose

Kein Tag startet ohne Äpfel, Buttermilch und Tee. Als Stadtführerin kennt Ute Düsseldorf wie ihre Westentasche. Spricht als Italien-Liebhaberin fließend italienisch. Hat immer ihr Notizbuch dabei. Und hat ein Herz für soziale Projekte. © Vodafone

Wenn du einen ganzen Tag in den Schuhen von jemand anderen verbringen müsstest, wessen Schuhe würdest du auswählen und warum?
Ich würde gerne einmal Mutter in einem SOS-Kinderdorf sein. Ich unterstütze die SOS-Kinderdörfer seit vielen Jahren und finde ihre Arbeit einfach toll und wichtig.

Hat etwas, was deine Eltern dir beigebracht haben, dein komplettes Leben verändert?
Sei ehrlich, werde selbständig und selbstbewusst. Und vergiss nicht: Mit Humor fällt alles leichter. Das verändert zwar nicht das Leben, aber ist eine sehr gute Grundlage …

Was war die letzte Nachricht, die du verschickt hast?
Einen Guten Morgen-Gruß an meinen Mann, da er beruflich unterwegs war.

Hast du eine Eigenschaft an dir, die andere Menschen überrascht?
Ich kann über Stunden ganz ruhig sein, wenn ich lese. Und was mir keiner glaubt: Ich kann auch langsam gehen …

Was ist dein Lieblingskommunikationsmittel?
Das Telefon.

Welchen Ratschlag würdest du deinem 18-jährigen Ich geben, wenn du das Wissen von jetzt hättest?
Gelassenheit. Was jetzt schrecklich ist, hat irgendeinen Sinn. Man sieht es nur erst später.

In welchem Job wärst du furchtbar?
Als Controller.

Mit welchen drei Adjektiven würdest du dich beschreiben?
Lustig, organisiert, lebensbejahend.

Wenn du einen Sinn abgeben müsstest – welcher wäre das?
Schmecken.

Worauf bist du stolz?
Dass ich neben meinem Pressesprecher-Job auch noch als Stadtführerin aktiv bin.

Was hat dich zu Vodafone gebracht?
Umwege. Ich hatte zunächst ein Angebot von Vodafone als Regionalsprecherin für die Niederlassung in München. Doch ‚Kollege Zufall‘ schlug zu – in der Zentrale in Düsseldorf kündigte ein Pressesprecher und … die Stelle habe ich dann bekommen. Das ist nun schon über 16 Jahre her.

Welche Themen betreust du in der Pressestelle?
Alles außer Handys, Technik und Tierfutter. Scherz beiseite: Alle Themen rund um Gesellschaft, Personal, Diversity und den Standort Düsseldorf.

Warum PR?
Menschen, reden, schreiben – und auch Inhalte! Die brauche ich „fürn Kopf“.

Was ist der wichtigste Trend in der PR für dich?
Ganz klar Social Media.